Zecken

Kleine Zeckenkunde

Zecken sind wie Milben spinnenartige Tiere. Es gibt unterschiedliche Arten von Zecken, von denen in Deutschland vorkommen:

Holzbock
(Ixodes ricinus)

Auwaldzecke
(Dermacentor reticularis)

Braune Hundezecke
(Rhipicephalus anguineus)

Während der Gemeiner Holzbock und die Auwaldzecke abhängig von warmen Temperaturen besonders im Frühjahr bis in den Spätherbst, aber auch in warmen Wintern anzutreffen sind, ist die Braune Hundezecke ganzjährig aktiv und hält sich dabei gerne im Hunde-Zuhause auf. Hier kann sie sich einnisten und vermehren und zu einer Plage für Mensch und Hund werden. Zecken sind ab ca. 6 Grad Celsius aktiv. Nagetiere und Vögel bringen Zecken in die Hausgärten, so dass nicht nur im ländlichen Bereich mit Zecken im eigenen Garten zu rechnen ist. Ungeschützte Hunde und Katzen wiederum können Zecken mit nach Hause tragen, die dort weitere Haustiere oder den Menschen befallen können.

Wie kommen die Zecken auf den Hund?

Zecken sind in niedrigen Sträuchern und Gräsern anzutreffen. Dabei krabbeln Zecken meist auf eine Höhe von 30–60 cm hoch. Streift Ihre Fellnase oder Samtpfote durchs Gras oder Unterholz, können die Zecken im Fell hängenbleiben. Zecken suchen für ihren Biss besonders unbehaarte und dünne Hautstellen auf, wo sie ihre Mundwerkzeuge tief in die Haut bohren. Daher beißen die Zecken auch nicht, sondern stechen genau genommen. Gemeinhin wird dieser Stich jedoch als Zeckenbiss bezeichnet. 

Dazu bekrabbeln die Zecken Hund und Katze etwa 2–4 Stunden, um die geeignete Hautstelle zu finden. In dieser Zeit können Sie auch das Tier wieder verlassen und auf den Menschen übergehen oder auf andere Tiere im Mehrtierhaushalt. Sie können aber auch einfach in die häusliche Umgebung des Tieres abfallen, weil ihre Fellnase oder Samtpfote sich kratzen, gebürstet werden oder sich an Möbeln oder Teppich schubbern. 

Auch gebetene Gäste wie andere Katzen, Hunde oder weitere Haustiere, aber auch menschlicher Besuch kann durch seine Kleidung Zecken ungebeten mitbringen.

Gesundheitliche Folgen von Zeckenbissen

Beim Biss geben Zecken blutverdünnenden Speichel in die Haut ab. Ein Zeckenbiss selbst wird selten bemerkt. An der Bissstelle können jedoch Entzündungen und Hautreizungen entstehen, die sich durch Jucken und Kratzen Ihres Vierbeiners verschlimmern können. 

Das eigentliche Problem eines Zeckenbisses ist jedoch die Übertragung von Krankheitserregern. Zecken können mit einer Vielzahl an solchen Erregern infiziert sein, die sie bei einem Biss auf Fellnasen und Samtpfoten, aber auch auf Menschen übertragen können. 

Der beste Schutz gegen die Erkrankungen ist daher die Bissvermeidung! Diese kann durch die Anwendung von Repellent-Produkten bei Hund und Katze erreicht werden. 

Bekannt sind die Borrelien-Bakterien oder das FSME-Virus beim Menschen. Daneben gibt es aber noch viele weitere, die im Folgenden kurz dargestellt werden: 

Anaplasmen sind Bakterien, die vorwiegend vom Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen werden. Die Infektionskrankheit heißt Anaplasmose und kann ebenso wie die Babesiose, Borreliose und Ehrlichiose chronisch werden kann. Die Anaplasmen befallen weiße Blutkörperchen und können dadurch Borreliose-ähnliche Symptome wie Gelenksentzündungen und Lahmheit, aber auch Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit auslösen. Seltener sind Schleimhautblutungen. 

Babesien können zu einer Babesiose führen, die häufig auch als „Hundemalaria“ bezeichnet wird. Hunde sind besonders anfällig für Babesien. Babesien befallen rote Blutkörperchen (Erythrozyten) und zerstören diese, ähnlich wie bei einer Malaria des Menschen. Babesien werden vorwiegend von der Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) auf Hunde, meist im Mittelmeerraum, übertragen. Bei der Babesiose können Symptome wie Müdigkeit, Fieber und Muskelschmerzen auftreten. Etwa 1 bis 3 Wochen nach dem Zeckenbiss kann neben Fieber ein dunkelgefärbter Urin des Hundes auftreten, gefolgt von schwachem Blutdruck, blassen Schleimhäuten und vergrößerter Milz. Ein schlimmer Verlauf der Babesiose kann auch zum Tode des Hundes führen. 

Die Borreliose wird durch Borrelien-Bakterien übertragen, die etwa 16–24 Stunden nach dem Zeckenbiss von dem Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) an den Hund abgegeben werden können. So können sich die spiralförmigen Borrelien über das Blut in Organe und Gelenke verteilen. Bekannt ist v.a. Borrelia burgdorferi, die Nervensystem, Gelenke und Organe (wie etwa das Herz) befallen und schädigen kann. Es kommt zu Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Lahmheit und Fressunlust, kann jedoch auch schwere Verläufe nehmen. Die Borreliose kann im Frühstadium mit einer zum Teil langwierigen Antibiotika-Therapie behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Bleibt eine Borreliose jedoch unbehandelt, kann es zu Langzeitschäden kommen, die irreparabel sind. Für Hunde gibt es seit Jahren eine Impfung gegen Borreliose. 

Weitere Bakterienarten, die durch unterschiedliche Zeckenarten übertragen werden können, sind Ehrlichien. Diese führen zur Infektionskrankheit der Ehrlichiose, die mit Kopf- und Muskelschmerzen sowie hohem Fieber verbunden sein kann. Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist Überträger der Ehrlichien. 

Rickettsien sind Bakterien, die eine Rickettsiose oder besser bekannt als Fleckfieber auslösen können. Hier gibt es unterschiedliche Arten von Fleckfieber je nach geographischer Region. 

Daneben gibt es noch weitere Bakterien, die seltenere Erkrankungen auslösen können wie etwa die Tularämie, die v.a. in Nordamerika, aber auch in Europa vorkommt.

Flöhe

Kleine Flohkunde

Flöhe sind häufige und ganzjährig vorkommende Parasiten bei Hunden und Katzen und ebenfalls blutsaugend. Es handelt sich dabei um springende Insekten, die beim Vierbeiner häufiger vorkommen, als man denkt.

Symptome des Flohbefalls

Typisch ist eine ungewöhnliche Unruhe des Vierbeiners. Er kratzt und beknabbert sich häufiger als sonst oder leckt über das Fell.

Diagnose des Flohbefalls

Flöhe sind üblicherweise mit den bloßen Augen gut sichtbar. Dennoch können Sie den Flohbefall Ihres Vierbeiners eher am Flohkot festmachen. Gerade Katzen fressen die Flöhe, bevor sie dem Besitzer auffallen. Flohkot ist als schwarze Krümelchen im Fell der Vierbeiner sichtbar. Da Flöhe das Blut von Fellnasen und Samtpfoten aufnehmen, verfärbt sich der Flohkot (bestehend aus verdautem getrocknetem Blut) auf einem weißen Taschentuch rötlich-braun. Das ist ein sicheres Zeichen für einen Flohbefall.

Hautveränderungen durch Flohstiche

Durch den unangenehmen und schmerzhaften Flohstich kann Juckreiz verursacht werden. Flöhe stechen mehrfach nebeneinander zu, gerade wenn sie gestört werden (z.B. durch Kratzen, Beißen, Lecken des befallenen Vierbeiners). Diese Flohstiche sind häufig als kleine, rote, nebeneinanderliegende Punkte (Einstichstellen) sichtbar. Durch anhaltenden Juckreiz können auch eitrige und nässende Hautentzündungen (Hot Spots) entstehen. Ein starker Flohbefall kann zu Blutarmut führen, insbesondere bei Jungtieren. 

Daneben kann ein besonders starker Juckreiz auch durch eine Allergie der Hunde und Katzen gegen den Flohspeichel ausgelöst werden. Hierbei kann es zu Haarausfall und schweren Hautentzündungen kommen, die unter dem Begriff Flohspeichelallergie-Dermatitis (FAD) zusammengefasst werden. Meist finden sich Hautverdickungen, Entzündungen, Krusten und Ekzeme im Bereich der Schwanzwurzel, Rücken und Oberschenkel befallener Vierbeiner. Es sind nur wenige Flohstiche ausreichend, um diese Allergie auszulösen. Die FAD ist die häufigste Hautallergie beim Hund.

Übertragung von Parasiten

Neben den lästigen Flohstichen können Flöhe auch weitere Parasiten auf Hund und Katze übertragen. Hierzu gehört die Larve des Gurkenkernbandwurmes (Dipylidium caninum). Frisst der Hund/die Katze bei Beknabbern oder Belecken einen befallenen Floh, kann sich die Larve des Bandwurmes im Darm festsetzen und dort weiterentwickeln. Daher ist es sinnvoll, bei einem festgestellten Flohbefall, diesen auch gleich mit einem geeigneten Präparat zu entwurmen.

Flohpyramide in den eigenen vier Wänden

Auch wenn Sie keine Flöhe an Ihrem Tier sehen, können Sie dennoch vorhanden sein. Vor allem erwachsene Flöhe sind am Tier zu finden. Diese machen etwa 5% der Flohpopulation aus. 95% der Flohpopulation bestehend aus Flohlarven, -puppen und -eier befinden sich jedoch in der Umgebung des Vierbeiners und damit im Tier-Zuhause. Finden Sie Flöhe an Ihrem Vierbeiner, dann können Sie davon ausgehen, dass auch Ihre Wohnung infiziert ist. 

Einmal in der Wohnung angekommen, verbreiten und vermehren sich die Flöhe in Rekordgeschwindigkeit. Jedes Flohweibchen kann bis zu 100 Eier legen aus denen sich über Larven und Puppen dann erwachsene Blutsauger entwickeln. Die erwachsenen Flöhe befallen dann aus der Umgebung kommend den Vierbeiner und saugen sein Blut. Es ist daher wichtig, bei einem Flohbefall des Vierbeiners auch seine Umgebung zu behandeln, um den Flohzyklus zu unterbrechen. 

Ihre Fellnase oder Samtpfote liebt es schön warm und kuschelig, auf Decken, im Bett oder auf dem Sofa? Die Plagegeister auch: Flöhe befinden sich gerne an dunklen, kuscheligen Plätzen wie Decken, Auto, Bett und Couch. Flöhe können auch im Staubsaugerbeutel überleben. Lassen Sie es gar nicht erst soweit kommen. Wenn ein Flohbefall Ihres Hundes oder Ihrer Katze festgestellt wurde, sollte die Umgebungsbehandlung mit entsprechenden Flohpräparaten wie dem Ticster® Umgebungsspray aus der Apotheke erfolgen.

Sand- & Stechmücken

Kleine Mückenkunde

Stechmücken wie Moskitos sind bekannte Überträger für Krankheitserreger wie Viren und Einzeller sowie bei Hunden auch Überträger für Haut- und Herzwurm.

Gerade bei warmen und feuchten Temperaturen im Sommer stellen die summenden Blutsauger eine Plage für Hunde dar. Mücken sind vor allem in den Dämmerungsstunden aktiv, im Wald aber auch ganztägig. Die weiblichen Mücken sind dabei auf die Blutmahlzeit für die Entwicklung der Eier angewiesen. Dabei orientieren sie sich an dem Kohlendioxid in der Atemluft der Hunde. Aus bis zu 20 Metern Entfernung nehmen die weiblichen Mücken diesen Atemluftbestandteil wahr und fliegen die Fellnasen gezielt an. Hier bohren die weiblichen Mücken mit ihren langen Stechrüsseln Löcher in die Hundehaut und geben ihren Speichel ab. Mückenstiche können Juckreiz und schmerzhafte Hautschwellungen hervorbringen. Die Gemeine Stechmücke und die Gemeine Stechfliege (Wadenstecher) führen durch ihren Stich v.a. zu schmerzhaften und juckenden Hautstellen.

Gefährlicher für den Hund sind jedoch die mit dem Speichel beim Mückenstich übertragenen Krankheitserreger der Asiatischen Tigermücke und Sandmücke.

Asiatische Tigermücke

Sie ist Überträgerin des Dengue- und Gelbfiebers sowie des West-Nile-Virus und des Zika-Virus. Beim Hund ist v.a. die Übertragung des Herzwurmes und des Hautwurmes von Bedeutung. Bei der Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) gelangen die Larven des Herzwurmes (Mikrofilarien) mit dem Mückenstich in das Blut des Hundes. Über die Blutgefäße wandern die Larven zum Herzen, vermehren sich und können das Herz nachhaltig schädigen.

Asiatische Tigermücken können mittlerweile auch in Deutschland angetroffen werden. Sie legen ihre Eier in geringe Mengen Wasser ab, wie sie in Regentonnen, Eimern und Blumentopfuntersetzern zu finden sind.

Sandmücke

Die Sandmücke ist als Überträgerin der Leishmaniose gefürchtet. Der Erreger Leishmania infantum kann sich in den Mücken vermehren und wird dann über den Speichel beim Mückenstich auf den Hund oder die Katze übertragen. Über das Lymphsystem oder das Blut gelangen die Erreger dann in Haut, Lymphknoten, Leber, Milz, Knochenmark oder andere Organe des Vierbeiners. Erste Hinweise können geschwollene Lymphknoten, Müdigkeit und Fieber, später auch Hautveränderungen (Hautgeschwüre, Haarausfall) v.a. im Kopfbereich, Abmagerung und Fressunlust sein. Es kann zu schweren Verläufen mit Organschäden kommen, die meist tödlich enden.

Läuse & Haarlinge

Haarlinge sind eine Untergruppe von Läusen. Jedoch saugen Haarlinge im Gegensatz zu Läusen kein Blut. Haarlinge sind flügellose Insekten, die Hunde und Katzen befallen und sich dort von Hautschuppen und Wundsäften ernähren. Sie verbringen ihr ganzes Leben auf dem Vierbeiner.

Haarlinge sind im Gegensatz zu Flöhen, Zecken und Mücken wirtsspezifisch. Das bedeutet, dass ein Hundehaarling von Hund zu Hund und ein Katzenhaarling zwischen Katzen übertragen wird. Auch Hundedecken und Katzenkörbchen befallener Vierbeiner kommen als Übertragungswege in Betracht.

Obwohl Haarlinge kein Blut saugen, plagen sie die Vierbeiner mit starkem Juckreiz (Kratzen, Scheuern). Als Folge eines Haarlingsbefalls sind Krustenbildung, Fellverlust und Hautveränderungen zu beobachten. Befallene Vierbeiner zeigen starke Unruhe, weil die Haarlinge auf dem Vierbeiner umherlaufen. Haarlinge befallen gerne Körperregionen wie Kopf, Nacken und Rücken.

Auch Haarlinge können bei Fellnasen und Stubentigern Bandwürmer übertragen (Gurkenkernbandwurm), wenn sie – wie Flöhe- vom befallenen Vierbeiner gefressen und abgeschluckt werden.

Während Haarlinge von Hund zu Hund bzw. Katze zu Katze übertragen werden und eher nicht auf den Menschen übergehen, fühlt sich der Gurkenkernbandwurm im menschlichen Darm sehr wohl. Hier kann er zu Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung führen.